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 |  |  |  | P R E S S E M I T T E I L U N G - Brilon, 18. Oktober 2011
 |  | | Weit über 100 interessierte Bürgerinnen und Bürger kamen zur Veranstaltung der SPD ins Kolpinghaus
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|  |  | | Dirk Wiese, Dr. Karsten Rudolph, Julius Drescher und Franz Müntefering
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|  |  | Müntefering veranschaulichte die massiven Veränderungen, die in den kommenden Jahren auf die Gesellschaft zukommen: “Der demografische Wandel prägt die Zukunft unserer Gesellschaft in den nächsten Jahren: Wir leben länger als frühere Generationen. Wir bekommen weniger Kinder als unsere Eltern und Großeltern. In unserer Gesellschaft leben immer mehr Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammen. Drei Entwicklungen, die Deutschland in den nächsten Jahrzehnten weiter verändern werden. Häufig werden diese Entwicklungen vor allem mit Problemen und Risiken in Verbindung gebracht. Richtig ist, dass der demografische Wandel große Herausforderungen mit sich bringt – für die Finanzierung und Leistungsfähigkeit unserer umlagefinanzierten sozialen Sicherungssysteme, für die Sicherung der Fachkräftebasis unserer Volkswirtschaft, für Gesundheit und Pflege, für die Zukunft strukturschwacher Regionen und des ländlichen Raums. Aber Veränderungen bieten immer auch Chancen – für bessere Berufsperspektiven der jungen Generation, für mehr aktive Teilhabe Älterer am gesellschaftlichen Leben, für einen langen dritten Lebensabschnitt mit guter Lebensqualität bis ins hohe Alter, für eine neue Partnerschaftlichkeit der Geschlechter und ein neues Miteinander der Generationen.“
Die Dimension des Demografischen Wandels verdeutlichte Müntefering dabei noch einmal an anhand von Fakten: “Wir werden weniger. Seit Anfang der 1970er Jahre werden in Deutschland weniger Kinder geboren, als es für eine gleichbleibende Bevölkerungszahl notwendig wäre. Alle Prognosen sagen voraus: Die Zahl der Menschen, die in unserem Land leben, wird in den nächsten Jahrzehnten deutlich sinken. Selbst wenn jedes Jahr 100.000 Menschen mehr zu- als abwandern, wird die Einwohnerzahl Deutschlands von heute über 80 Millionen bis 2060 um mehr als 10 Millionen Menschen zurückgehen. Parallel dazu wird sich die Altersstruktur unserer Gesellschaft gravierend verändern. Die Lebenserwartung steigt. In den nächsten Jahrzehnten werden immer weniger Jüngere und immer mehr Ältere in Deutschland leben: Während die Zahl der Erwerbspersonen im Alter zwischen 20 und 64 Jahren von 50 auf 35 Millionen sinkt, steigt die Zahl der über 80jährigen bis 2050 von vier auf zehn Millionen.“
Im weiteren Verlauf seiner Rede betonte Müntefering noch einmal die Wichtigkeit von Bildung und Betreuung in den ersten Lebensjahren eines Kindes und kritisierte neben dem geplanten Betreuungsgeld der Bundesregierung die zu geringe Wertschätzung von Kindergärtnerinnen und deren zu geringe Bezahlung: „Würden mehr Männer in diesen Bereichen arbeiten, so wäre die Bezahlung längst viel höher.“
In der anschließenden Diskussionsrunde wurden Beispiele zur Gestaltung des Demografischen Wandels auf kommunaler Ebene aufgezeigt und mehr ehrenamtliches Engagement eingefordert. Franz Müntefering betonte daraufhin die Wichtigkeit sich einzumichen: „So lange man fit muss man sich einmischen. Demokratie kennt keinen Schaukelstuhl!“.
Dirk Wiese (Vorsitzender der Briloner SPD) machte noch einmal auf die von der SPD initiierten Projekte vor Ort aufmerksam: Arbeitskreis Demografischer Wandel im Stadtrat, Briloner Bürgerbus, Gründung eines Seniorenbeirates, Briloner Bürgerhilfe oder die Umsetzung der UN-Behinderrechtskonvention vor Ort. „Arnsberg hat den Titel seniorenfreundlichste Kommune bekommen. Lassen Sie uns gemeinsam dafür arbeiten, dass Brilon den Titel generationenfreundlichste Stadt bekommt“, so Wiese in seinem Schlussplädoyer.
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